Der SpieleTreff Oberhof findet jährlich nach Ostern statt. Von Ostermontag bis zum darauffolgenden Sonntag treffen sich mittlerweile nahezu 300 spielebegeisterte Leute im TREFF Hotel Panorama in Oberhof. Es handelt sich um einen familienfreundlichen Spieletreff für große und kleine Spieler. Gespielt wird alles von Kinder- und Familienspielen bis zu anspruchsvollen Strategie- und Taktikspielen. Die Spiele werden von den Teilnehmern selber mitgebracht. Es steht aber auch ein Kontingent an neuen/aktuellen Spielen von den Verlagen zum Testen bereit.

In diesem Blog finden Sie
alle Informationen zum SpieleTreff Oberhof und
Rezensionen zu den Spielen, die uns von den Verlagen zur Verfügung gestellt wuden.

Montag, 30. August 2010

Vor den Toren von Loyang

ist das dritte Spiel aus der Ernte-Serie von Uwe Rosenberg. Es ist allerdings zeitlich vor Agricola entstanden. Das Spielmaterial ist für einen Kleinverlag wie Hall-Games hervorragend. Die beteiligten Gemüsesorten sind liebevoll aus Holzteilen beigelegt. Die Grafik ist dem Thema gemäß asiatisch-comicmäßig und gefällt mir ausnehmend gut. Es ist umfangreich und mit den in Essen verfügbaren limitierten Startspielermünzen macht es richtig viel her. VOR DEN TOREN VON LOYANG liegen das Startfeld jedes Spielers, jede Runde kommt mindestens ein weiteres Feld dazu, abgeerntete fallen dafür wieder weg. Die Spieler haben noch einen Markt mit den Gemüsen und eine persönliche Siegpunktleiste, die Ordnung für die 4 verschiedenen Kartensorten bietet. Zuerst wird in jeder Runde von jedem Feld ein Gemüse geerntet und auf den Karren gelegt, mit diesen Gemüsen kann ich diese Runde agieren. Das aufheben der Gemüse für die nächste Runde ist nur in beschränkten Umfang möglich oder ich muss mir ein 3. Bohnenfeld kaufen (kleiner BOHNANZA Witz). In der Kartenphase bekommt jeder Spieler zwei Karten über einen cleveren Mechanismus zugeteilt. Der Spieler am Zug darf entweder eine Karte aus der Auslage und eine von den 4 Karten aus seiner Hand behalten oder er fügt der Auslage einer seiner Handkarten hinzu. Direkt von der Hand bekommt der Spieler aber immer nur eine seiner Karten. Beide Karten werden dann in die eigene Auslage platziert. Über Reihenfolge und Spielerauswahl werden 2 Pärchen aus den Spielern gebildet und nur diese können in der Aktiionsphase dann miteinander interagieren, das andere Pärchen ist diese Runde tabu. In der bestimmten Reihenfolge hat jeder Spieler dann seine Aktionsphase in der viele (zu viele?) Dinge zu tun sind. Man kann. Felder anpflanzen, Gemüse kaufen und verkaufen, Helfer verwenden (Karten für Sonderaktionen), auf Marktständen tauschen, Lauf- und Stammkundschaft mit Gemüse versorgen und damit Geld verdienen und weitere Karten in einer Doppelkaufaktion kaufen. Als Abschluss kann das verdiente Geld entweder für die nächste Runde aufgehoben werden oder man setzt es unumkehrbar in Siegpunkte um. Ein Schritt auf der Siegpunktleiste ist umsonst, alle weiteren jede Runde müssen mit der Zahl des Zielfeldes in Geld bezahlt werden. Steht ein Spieler auf Feld 9 darf er umsonst auf 10 vorrücken, wenn er noch 23 Geld (11+12) hat kann er noch auf Feld 12 weiterziehen. Nach 9 Runden gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.
Fazit:
Die Kartenverteilung ist spannend, jedoch muss jede Karte sorgfältig gelesen und abgewogen werden, wie man sie einsetzen kann und wie nützlich sie ist. Das dauert und weil das dauert würde ich VOR DEN TOREN VON LOYANG - auch trotz einer Regel für 4 Spieler die den Spielablauf beschleunigen soll - nur noch zu zweit spielen. Ein Freund von mir hat den Titel in „Vor den Toren von Zu´lang!“ geändert und das ist genau so komisch wie richtig. Unsere Partien dauern regelmäßig mehrere Stunden. Stunden voller spannender Entscheidungen, Ärgern, Erfolg und mehr oder weniger gut funktionierenden Versorgungsprozessen, es ist nie langweilig und es macht Spaß aber es ist einfach Zu`lang! Deswegen gibt es von mir auch nur den silbernen und nicht den goldenen SpieleTreffer.

Wertung:  
Silberner
SpieleTreffer




Wir danken Hall Games für das Überlassen des Exemplars an den SpieleTreff Oberhof.

BJ

Dienstag, 27. Juli 2010

Arcana

ist ein besseres Spiel als DOMINION, wenn man den Spiel/Schachtelgröße-Quotient zugrunde legt und ihn mit DOMINION/DOMINION-Schachtel vergleicht. ARCANA arbeitet nämlich ebenso wie DOMINION mit einem Deckbau-Mechanismus, d.h. das eigene Kartendeck besteht anfangs für alle aus den gleichen Karten um dann im Spielverlauf um weitere Karten ergänzt zu werden. Diese Karten, und hier ist es anders als bei DOMINION, liefern Funktionen für das Spiel und Siegpunkte gleichzeitig. Die Karten (es werden immer 4 auf die Hand genommen) werden reihum an Karten angelegt um sie per Mehrheit zu gewinnen. Die Karten, um die es geht, geben dabei an in welcher der 4 Arcana-Werten (Militär, Politik, Spiritualität und Finanzen) die Mehrheit gelten soll. Viele der Karten haben Werte in mehreren Bereichen, wenn es aber darum geht genau diese Karte zu erobern gilt nur einer der Werte. Dies bedeutet aber auch, dass ich die Karte wenn sie einmal in meinem Deck später dazu verwenden kann andere Karten zu erobern. Nach der vierten Karte wird dann überprüft ob ein oder mehrere Spieler mit mehreren Karten das Mindesgebot erreicht haben – wenn ja, dann bekommt der Spieler mit dem höchsten Gebot die Karte und seine Gebote in seinen persönlichen Ablagestapel – wenn nein, bleiben Karte und bisher gebotene Karten für die nächste Runde liegen. Auch unterlegene Spieler erhalten ihre Karten zurück in ihren Ablagestapel. Speziell verhält sich der Arcane-Bereich Finanzen: Mit dem Geld können Personen (keine Gegenstände) bestochen werden um so eine Person vor der eigentlichen Auswertung nach der 4. Karte vorab zu sich zu holen – ein sehr gutes Mittel um der normalen Auswertung aus dem Weg zu gehen. Ortskarten bieten, wenn sie gespielt werden, die Möglichkeit nützliche Sonderaktionen durchzuführen. Ist der Nachziehstapel eines Spielers aufgebraucht mischt er seinen Ablagestapel (wie bei DOMINION) und macht daraus einen neuen Nachziehstapel. Das Spiel endet wenn vom zentralen Kartenstapel (einer von mehreren) alle Karten an die Spielerdecks vergeben wurden. Dann werden die Siegpunkte auf den Karten gezählt und der mit den meisten gewinnt. Im Fortgeschrittenenspiel kommen noch 2 weitere Elemente Söldner und Auftragskarten hinzu.
Fazit:
Wer kommt auf die Idee für den Arcana-Wert Militärische Macht den Stab – eben ein Zepter zu nehmen und stattdessen für die politische Macht das Schwert? Zum Glück ist das nicht wichtig, denn im Spielverlauf sehen die Spieler nur auf die Symbole und nicht auf das was sie verkörpern. Und zum Bestechen werden immerhin Dukaten verwendet. Das Spiel ist ähnlich flüssig wie #DOMINION hat aber durch das Kämpfen der Spieler um die Karten eine deutlich höhere Interaktion, bei der man durch das Bestechen die anderen auch gut ärgern kann. Die Grafik der Karten ist klasse und steht einem guten Fantasy-Spiel sehr gut zu Gesicht. Der Vorteil bei Dominion ist eine deutlich höheren gefühlten Unterschied zwischen den Wirkungsweisen der Karten. Bei ARCANA sind sich die Personen sehr ähnlich (bis auf die Werte offensichtlich), die Gegenstände sind sich sehr ähnlich und nur die Orte unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise deutlich. So gesehen ist die erste Packung ein guter Start, der hoffentlich noch durch weitere Gilden, Gegenstände und Orte erweitert wird.

Wertung:
Silberner
SpieleTreffer





Wir danken Pegasus für das Überlassen des Exemplars an den SpieleTreff Oberhof.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Hexenflug

Meinen Mitspielerinnen sind die Hexen sehr positiv aufgefallen, sie haben sie sich ganau angeschaut und analysiert wer jetzt wie aussieht und welche ihnen gut gefällt. Die Grafik ist offensichtlich für 11 bis 13 jährige Mädchen schon mal ein Hingucker. Mir wären die Unterschiede natürlich nicht aufgefallen, für mich sind die Hexen schwarz, grün, orange, pink und weiß und dass der Mond mit steigendem Wert der Hexe auf und wieder untergeht war mir auch entgangen – es ist ja auch kein spielrelevantes Merkmal. CAN´T STOP heißt das Spiel und der Mechanismus heißt, die Amerikaner haben für alle Spielmechanismen einen griffigen Ausdruck, „Push your Luck“ was frei übersetzt heißt„ erzwinge dein Glück“. Ein Spieler am Zug, der sein Glück erzwingen will deckt Hexen auf und legt sie bei sich farblich getrennt voneinander ab. Gut ist wenn die Zahlen wie bei LOST CITIES immer aufsteigen. Dann darf ich wenn ich freiwillig aufhöre eine beliebige Hexenfarbe einsammeln und auf die Hand nehmen. Habe ich dann 3 bis 5 Karten einer Farbe auf der Hand darf ich sie gegen ein farblich passendes Hexenbuch umtauschen. Diese sind Siegpunkte und geben im Spielverlauf auch noch Vorteile (und einen kleinen Nachteil auf den ich nicht näher eingehen will). So weit so gut, doch was mach ein Spieler, der sein Glück zu weit geschoben hat? Er deckt eine Karte auf von der schon höhere bei ihm liegen und legt sie in die Mitte. Jetzt ist er hart gelandet und darf nur noch Farben mit wenig Karten auf die Hand nehmen aber immer noch weitermachen – wenn er will? Nach der zweiten zu kleinen Karte ist auf jeden Fall Schluss: abgestürzt! Alle Karten dieser Farbe gehen von dem Spieler dann auf den Ablagestapel und der nächste ist an der Reihe. Mit den gesammelten Hexenbücher kann man Jokerkarten „machen“ um mit anderen Farben weitere Hexenbücher leichter eintauschen zu können. Die Joker müssen allerdings beim Eintauschen die höchsten Werte haben um verwendet werden zu dürfen. Ein Handkartenlimit gibt es nicht, jedoch 5 Karten, die wenn sie auftauchen, alle dazu zwingen ihre Kartenhand auf 5 zu reduzieren. Das Spiel endet, wenn eine bestimmte Anzahl an Hexenbücherstapel aufgebraucht sind.
Fazit:
HEXENFLUG ist ein unterhaltsames Kartenspiel bei dem man sich wundervoll ärgern kann wenn man mal wieder nur wenige Karten bekommt. Aber hier ist auch leider die kleine Schwäche, das Kartenglück spielt aber auch eine richtig große Rolle. Da die nachfolgenden Spieler, die in der Mitte gelandeten Karten verwenden dürfen, mache ich mit meinem Unglück, die Mitspieler auch noch „glücklicher“ - sehr ärgerlich. Für alle die damit zurecht kommen, viel Spaß.

Wertung:
Bronzener
SpieleTreffer




Wir danken Amigo Spiele für das Überlassen des Exemplars an den SpieleTreff Oberhof.

BJ

Dienstag, 8. Juni 2010

Zu viele Köche

Die Pegasus Blechschachteln machen auf jeden Fall etwas her. In der Zwischenzeit ist die Serie auch schon auf eine ordentliche Stückzahl angewachsen. ZU VIELE KÖCHE ist ein Stichspiel aus der Kategorie WIZARD. Dabei wird ein Stichspiel gespielt bei dem man Vorgaben erfüllen muss – nicht wie bei WIZARD vorher, sondern eben hinterher.
Im Spiel wird wie fast in jedem Stichspiel bedient, wenn man das nicht kann darf man eine beliebige Farbe spielen. Besonders ist jedoch, wenn jemand „Pepperoni“ spielt, dürfen alle Folgenden spielen was sie möchten. Den Stich gewinnt dann, wer die Summe der Zahlen im Stich auf 10 oder mehr bringt. Derjenige nimmt sich die gespielten Karten und spielt neu aus. Dadurch haben nicht alle Spieler gleich viele Karten auf der Hand und die Runde endet, wenn jemand keine Handkarten mehr hat. Jetzt kommt es darauf an, was die Spieler in ihren Stichen gesammelt haben, denn jeder muss sich für die gerade gespielte Runde festlegen wofür er Punkte bekommt: z.B. für alle Gemüsekarten – dann gibt es aber für Pepperoni Minuspunkte oder eine andere Wertungskarte gibt Punkte für „keine Stiche“ und jede doch eroberte Karte gibt Minuspunkte. So gibt es 5 verschiedene Wertungskarten die auch immer die Möglichkeit enthalten Punktabzug zu bekommen. In den 5 Runden, die gespielt werden, muss ich mir immer eine andere meiner Wertungskarten aussuchen und nach den 5 Runden ist das Spiel dann auch zu Ende.
Fazit:
Mir hat das Spiel am Anfang besser gefallen als zum Ende hin. Die 45 Minuten waren recht kurzweilig, aber in der letzten Runde, in der ich überhaupt keine Wahl mehr habe was ich abhängig von meinen Karten sammeln könnte, muss ich die letzte Aufgabenkarte erfüllen, egal wie ungeeignet mein Blatt dafür ist. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn es vielleicht 6 Aufgabenkarten geben würde und ich nur 5 einsetzen muss. Dadurch wäre am Schluss nicht jeder so ausrechenbar und hätte noch Möglichkeiten zum variieren. Trotzdem ein interessanter neuer Aspekt in der Welt der Stichspiele.

Wertung:
Bronzener
SpieleTreffer




Wir danken Pegasus Spiele für das Überlassen des Exemplars an den SpieleTreff Oberhof.

BJ

Sonntag, 6. Juni 2010

Mystery Rummy – Fall 2: Edgar Allan Poe

Der Doppelmord in der Rue Morgue ist eine der Kriminalgeschichten von Edgar Allan Poe und die Mystery Rummy Serie geht damit in ihre zweite Runde. Vielleicht ja auch schon in ihre dritte, denn „Bonnie und Clyde“ von Abacus ist eigentlich die zweite Runde, aber wer zählt schon, außer die Sammler die die wirklich schöne Schachtel mit der Nummer 2 neben die Nummer 1 ins Regal stellen können. Für ein einfaches Kartenspiel kommt die Mystery Rummy Serie sehr hochwertig und edel daher. Mir gefällt das. Spieltechnisch ist es wieder – und will ja gar nichts anderes sein – eine Rommé-Variante. Die Spieler (im Spiel zu 4. spielen jeweils zwei zusammen) legen Drillinge aus, legen passende Karten an Drillinge an und spielen Sonderkarten, die Kartentausch zwischen den Partnern oder das Heraussuchen von Karten beinhalten. Im Spielverlauf gibt es auch noch einen Sonderstapel (den Orang-Utan) der Karten speichert. Diese Karten werden entweder in den zweiten Kartendurchgang eingemischt oder dienen als Sondersiegpunkte für das erfolgreiche Team. Ein Team oder ein Spieler ist dann erfolgreich, wenn er seine Karten wie beim klassischen Rommé los wird und die letzte Karte auf den Ablagestapel legen kann. Die Punkte ergeben sich dann aus den ausgespielten Karten, Kombinationen und den Orang-Utan Karten - abzüglich der Handkarten (beim Verlierer-Team).
Fazit:
Ich empfinde den Einstieg in Fall 2 einfacher als in Fall 1. Jedoch sind auch hier die Regeln für ein so einfaches Spiel relativ aufwändig. Hat man sie jedoch verstanden stellen sie im Spiel selber keine Problem mehr dar. Die Zusammenarbeit im Spiel zu 4. hat mir sehr gut gefallen. Es ist wichtig sofort die Regel für Fortgeschrittene zu verwenden, denn danach wird der Einsatz der wirklich nützlichen Ereigniskarten mit Siegpunkte für die gegnerische Mannschaft belohnt. Als Haken empfinde ich die Unterschiede bei den Punkten in jeder Spielrunde. Die Verlierer werden mit Minuspunkten bestraft und die Gewinner erhalten oft auch noch Bonuspunkte aus dem „Orang-Utan“, so gehen die Wertungen dann stark auseinander. Und welches ist jetzt das bessere Mystery Rummy von beiden? Ich muss sie wohl noch einmal direkt nacheinander spielen, ansonsten kann ich das wirklich nicht sagen.


Wertung:
Bronzener
SpieleTreffer




Wir danken Pegasus Spiele für das Überlassen des Exemplars an den SpieleTreff Oberhof.

BJ