Der Spieletreff im Rodenberg (vormals SpieleTreff Oberhof) findet zweimal im Jahr statt.
Von Ostermontag bis zum darauffolgenden Sonntag treffen sich seit 1997 mittlerweile fast 400 spielebegeisterte Leute zum Spielen. Da der Ostertermin durch 'ehemalige' Teilnehmer auf Jahre hinaus ausgebucht ist, findet ein zweiter Spieletreff im Herbst statt. Es handelt sich um einen privatorganisierten, familienfreundlichen Spieletreff für große und kleine Spieler, der seit 2018
im Goebel‘s Hotel Rodenberg in Rotenburg a.d. Fulda ausgerichtet wird. Gespielt wird alles von Kinder- und Familienspielen bis hin zu anspruchsvollen Strategie- und Taktikspielen. Die Spiele werden von den Teilnehmern selber mitgebracht. An Ostern steht auch ein Kontingent an neuen und aktuellen Spielen von Verlagen zum Testen bereit.

Donnerstag, 24. März 2011

Hansa Teutonica


Die Deutsche Hanse war die mittelalterliche Vereinigung niederdeutscher Kaufläute. Die Städte, die sich diesem Kaufmanns- und Städtebund anschlossen, bezeichnet man als Hansestädte. Näher als diese Namensgebung und die thematisch passende Bezeichnung einiger Mechanismen gelangt das Spiel dem Thema allerdings nicht. Es wird, und das ist für ein Spiel über einen Kaufmannsbund doch eigentlich schade, nicht miteinander gehandelt. Die mangelnde Tiefe im Thema ist aber auch schon fast der einzige Kritikpunkt. Aus den Spielerprotokollen geht nur noch hervor, dass ein paar Spielern bei der vollen Spieleranzahl von 5 auf dem Spielplan zu viel „blockiert“ wird. Da es keine Anpassung des Spielplans an die Spielerzahl gibt ist das leicht nachzuvollziehen. Andere sehen dies allerdings als Herausforderung, die erst bei der vollen Spielerzahl richtig zum Tragen kommt.
Bei Hansa Teutonica (für das in der Zwischenzeit ein Erweiterungsspielplan erschienen ist) werden persönliche Händlersteine auf das Wegenetz des Spielplans gelegt. Ist ein Wegabschnitt mit eigenen Händlern besetzt, kann man entweder eine Niederlassung gründen um das eigene Netzwerk zu vergrößern (der Wegabschnitt wird wieder frei und die Händler gehen in den allgemeinen Vorrat zurück) oder man verbessert die Eigenschaften die jeder Spieler auf seinem eigenen Spielbrett angezeigt hat. Manche dieser Verbesserungen sind früh im Spiel interessant, andere werden im Spielverlauf wichtiger. Diese Eigenschaften geben mir vor, wie gut oder weniger gut eine der zur Verfügung stehenden Aktionen für mich ist. Die Anzahl Aktionen variiert dabei zum Beispiel von 2 Aktionen (bei Spielbeginn) welche die Spieler bis auf 5 Aktionen weiterentwickeln können. Die Händlersteine müssen die Spieler mit einer Aktion vom allgemeinen Vorrat wieder zurückholen (hier kann man die Anzahl die auf einmal zurückkommen verbessern). Mehr Händlersteine können versetzt (im Gegensatz zu eingesetzt) werden. Die Siegpunkte für das größte eigene Netzwerk können erhöht werden.
Das Spiel fordert ständig spannende und schwierige Entscheidungen: entwickle ich zuerst meine Eigenschaften um mehr Möglichkeiten zu haben? Später beim Netzwerkausbau bin ich dann aber eventuell zu spät dran und kann dort nicht mehr bauen wo ich will? Vertreibe ich einen gegnerischen Händler obwohl mein Gegenspieler dadurch einen zusätzlichen Händler einsetzen darf? Wann sammle und setze ich die wertvollen Bonusmarker? Wie wertvoll muss ich mein Netzwerk machen um bei der Schlusswertung noch mit vorne dabei zu sein?

Fazit:
Diese und ähnlich spannende Entscheidungen müssen die Spieler ständig treffen. Durch das Verdrängen und den limitierten Platz auf dem Spielplan ist man ständig auch in das Spielgeschehen der anderen eingebunden. Hohe Interaktivität trifft auf knifflige taktische Entscheidungen und grundlegende strategische Überlegungen. Ein anspruchvolles Spiel, nichts für Seltenspieler aber in einem Zeitumfang der oft zu einer Revanchepartie mit einer gaaaanz anderen Strategie einlädt. Sehr gut, der 3. Platz beim Pfefferkuchel 2010 ist wohlverdient.

Wertung:
Goldener
SpieleTreffer




Wir danken Argentum für das Überlassen des Exemplars an den SpieleTreff Oberhof.